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Buchbesprechungen

Wissen ist ein elementarer Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft und viel Wissen findet sich in Büchern. Die Demokratiebegleiter wählen deshalb Bücher mit gesellschaftlich relevanten Themen aus, die insbesondere Menschen in unsicheren Lebenslagen betreffen.
Das Besondere ist auch, dass die Buchbesprechungen von den Demokratiebegleitern selbst verfasst werden und so aus der Perspektive von Betroffenen geschrieben sind.

 

Jürgen Wiebicke

Zehn Regeln für Demokratie-Retter

Landeszentrale für politische Bildung
Erstausgabe: 2017

Einen Tag nach der Trump-Wahl fiel die Entscheidung für den Journalisten und Schriftsteller Jürgen Wiebicke, diesen Demokratie-Ratgeber zu schreiben. Ein Büchlein gegen den Rechtspopulismus, gegen die Krisen in der Demokratie, für mehr Zuversicht, mit vielen Anregungen zum eigenen Handeln. „Demokratie ist immer unfertig“, lautet sein Wahlspruch, „man kann und muss weiter an ihr arbeiten.“
Im Zuge der Globalisierung wird die Macht und die Machtausübung für den Menschen immer diffuser. Wir wissen oft nicht mehr, wer die Strippen zieht. Umso wichtiger ist es, sich als „Demokratie-Retter“ für die Gesellschaft einzusetzen. Dabei gilt es nach Wiebickes Einschätzung, zehn Regeln zu beachten.

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Anthony B. Atkinson

Ungleichheit

Klett-Cota
Erstausgabe: 2016

Anthony B. Atkinson ist einer der führenden britischen Sozialökonomen gewesen. Atkinson war Autor und Herausgeber von zahlreichen Büchern und hat über 140 Aufsätze in den wichtigsten ökonomischen Zeitschriften publiziert.

Sein Buch „Ungleichheit – was wir dagegen tun können“ widmet sich den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sozialer Ungerechtigkeit. Er prangert nicht nur die Politik an, die den Wohlfahrtsstaat eingeschränkt hat, sondern auch die Wirtschaftsunternehmen, die zu hohe Managergehälter zahlen.

Er fordert, dass Wachstum und mehr Gleichheit in der Gesellschaft Hand in Hand gehen müssen. Die Firmen würden noch profitabler werden, wenn sie die Mitarbeiter besser bezahlen würden. Statt schlecht bezahlte Arbeit zu subventionieren, sollte der Staat die Sozialleistungen für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose stärken.

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Michael Hartmann

Die Abgehobenen

Campus Verlag
Erstausgabe: 16.8.2018

Dr. Michael Hartmann, der 2013 im Kulturwerk der Neuen Arbeit einen Vortrag zum Thema „Was man gegen die Spaltung der Gesellschaft tun kann“ gehalten hat, liefert mit seinem neusten Buch eine gnadenlose und gründliche Analyse des schädlichen Einflusses der Eliten auf unsere Zivilgesellschaft. Dabei identifiziert er als Hauptursache für die allgemeine Politikverdrossenheit und das Erstarken des Rechtspopulismus die, von jenen Eliten bevorzugte und vorangetriebene, neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte. Dieser wirtschaftliche Wandel wurde zwar von der breiten Bevölkerung weitestgehend unterstützt oder zumindest toleriert, was jedoch zum Großteil diversen Mythen zu verdanken ist, die von der herrschenden Klasse in Umlauf gebracht wurden. Jene Mythen wissenschaftlich zu untersuchen und deren Fiktionscharakter zu entlarven, sieht Hartmann daher als wichtigen Teil seiner aufklärerischen Arbeit.

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Ulrich Lilie

Unerhört!

Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft
Erstausgabe: 17. 09. 2018

Menschen sind verschieden, das ist kein Geheimnis. Und verschiedene Ansichten und Interessen führen nicht selten zu Konflikten, auch das ist nichts Neues. Doch wo es Unterschiede gibt, gibt es in der Regel auch Gemeinsamkeiten, weswegen doch zumindest Hoffnung besteht: Was also haben Quartalquerulanten und Berufsbeleidigte unterschiedlichster sozialer Schichten, wütend vor sich hin pubertierende Vandalen ohne Perspektive, Männer in der Midlife-Crisis, Pensionäre mit Überfremdungsängsten und Rentner, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen am Ende vielleicht doch gemeinsam? Ein vages Gefühl der Entfremdung vielleicht? Schwelende Unzufriedenheit, weil erbrachter Lebensleistung von keiner Seite mehr aus die angemessene Würdigung und Anerkennung entgegengebracht wird? Oder vielleicht die dumpfe Gewissheit, dass jegliches Engagement, sei es beruflicher oder politischer Natur, am Ende ebenso effizient ist, wie der jährliche Frühjahrsputz mit einer Zahnbürste?

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Bettina Kenter-Götte

Heart's Fear / Hartz 4

Verlag Neuer Weg
Erstausgabe: 01. 03. 2018

„Hartz 4“ – kaum ein Thema polarisiert mehr, als das berüchtigte Kürzel des vierten Gesetzes für moderne Dienstleistung am Arbeitsmarkt. Für die einen ein gern gesehenes Gängelungsinstrument, das tolldreiste Arbeitsverweigerer wieder unter das gerechte Joch der freien Markt-wirtschaft beugen soll, ist die weitreichende arbeitsmarktpolitische Reform für andere nichts weniger als ein skandalöser Verstoß gegen das Grundgesetz. Und das Bemerkenswerteste dabei ist, dass der Großteil derer, die sich zu Wort melden, letztlich keinen blassen Schimmer von der Hartzer Lebenswirklichkeit haben, hatten sie doch nie das Pech hilfsbedürftig zu werden. Besonders ärgerlich ist das dann vor allem bei Befürwortern der Sozialreform. Informiert, oder treffender desinformiert, lediglich durch irreführende Schlagzeilen über Florida-Rolf und Mallorca-Karin, verzichten sie bereitwillig auf jegliche Empathie oder gar Sympathie und verteidigen das ROT/GRÜNE Machwerk inbrünstig mit Kampfbegriffen wie „Sozialschmarotzer“ und „Abstandsgebot“.

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William T. Vollmann

Arme Leute Reportagen

Edition Suhrkamp SV
Erstausgabe: 11. 06. 2018

„Armut“, ein Wort, das jeder kennt, viele regelmäßig gebrauchen, manche missbrauchen, letztlich aber nur wenige verstehen – zumindest derer, die in der Regel zum Thema befragt werden, also jene, die sich lediglich intellektuell und analytisch mit dem Problem befassen und versuchen Lösungen zu finden. Für William T. Vollmann, vielfach preisgekrönter Autor zahlreicher Romane, Erzählungsbände und Sachbücher, ist dieses Missverhältnis untragbar, und Grund genug die Welt zu bereisen und mit Betroffenen zu sprechen, mit dem schwierigen Ziel, dem abstrakten Armutsbegriff konkreten Gehalt zu verleihen und den Befragten, die den meisten Menschen nur als vage Statistik oder in Form eines gelegentlichen lästigen Aufbäumens des ansonsten trägen und abgestumpften Gewissens in den Sinn kommen, ein Gesicht und eine Stimme zu geben. Das Ergebnis ist ein rund 320 Seiten umfassendes Sammelsurium persönlicher Armutserfahrungen und behutsamer Auseinandersetzung mit dem Thema, bei dem es der Autor bewusst unterlässt, sich auf den ansonsten von Kollegen so gern eingenommen professionellen Abstand zum „Forschungsgegenstand“ zurückzuziehen.

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Christian Neuhäuser

Reichtum als moralisches Problem

Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft
Erstausgabe: 11. 03. 2018

Dass man zu arm sein kann leuchtet ein – aber kann man auch zu reich sein? Dieser Frage widmet sich Dr. Christian Neuhäuser, Professor für praktische Philosophie an der TU Dortmund, in seinem jüngsten Werk. Frei von ideologischen oder parteipolitischen Vorurteilen erörtert er auf etwa 250 Seiten nicht nur, ob zu hoher Reichtum sich negativ auf das eigene Leben in Selbstachtung und Würde auswirken kann, sondern auch – und vor allem –, ob dieser dadurch in moralisch relevanter Weise mit den Interessen der weniger gut betuchten Mitbürger in Konflikt gerät. Hierzu entwickelt er einen eigenen Reichtumsbegriff und klärt, in wieweit die ungleiche Verteilung von Geldmitteln als allgemeine Gerechtigkeitsfrage verstanden werden kann.

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